Unsere Entstehungsgeschichte

Dürfen wir uns vorstellen...

Schon weit vor dem Gründungsjahr der Ottenauer Dreschflegl im Jahre 1992 war die 5. Jahreszeit ein Hauptbestandteil unseres Daseins!

In frühester Jugend waren wir schon vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Rosenmontag auf den Straßen unterwegs und zogen von Haus zu Haus. Mit unserem Bettelspruch “kriege ma ebbs” kamen wir immer mit vollen Tüten nach Hause, wo wir dann gemeinsam die eingesackten Süßigkeiten in uns reinstopften.

Mit der Zeit gaben wir uns dann mit Süßigkeiten nicht mehr zufrieden und zogen es daher vor, uns einheitlich zu verkleiden und die teilweise wie die Henker fahrenden Autofahrer auf den Ottenauer Straßen anzuhalten, um denen ihr Bares aus der Tasche zu ziehen. Verkleidet als Dominos oder Papierschlempen verlangten wir von unseren Opfern “Wegegeld”, um dieses dann abends in der Ottenauer Merkurhalle in Hopfen und Malz umzusetzen. Natürlich gab es auch durchaus “Geschenke” von den besagten Autofahrern, wie zum Beispiel Regenschirme oder Blumensträuße. Das absolute Highlight war natürlich eine äußerst wertvolle Ebel - Uhr, welche sich später zwar nicht als Geschenk herausstellte und die folglich an die rechtmäßige Besitzerin zurücküberführt wurde. Es war immer ein Hochgenuss, wenn an Fasent die Straßen glatt waren oder sogar Schnee gelegen ist. In diesem Fall zogen wir es vor, keine Kohle abzuziehen, sondern ließen uns hinter den Autos über die Straße ziehen.

Wir waren uns einig, dass dies immer noch nicht der Wahre Jakob in Sachen Fasent war. So beschlossen wir im Jahre 1992 im Schnurre, zum Beginn der nächsten Kampagne eine Holzmaskengruppe zu gründen.

Natürlich sollte die Figur Bezug zum Ottenauer Brauchtum haben und so kam uns die Idee, die alt ehrwürdige Dreschhall am Fuße des Selbergs wieder zum Leben zur erwecken und gründeten daher die Holzmaskengruppe der Ottenauer Dreschflegl.

Von der Idee bis zur Vollendung erlebten wir ein turbulentes aber auch ein sehr schönes, arbeitsreiches Jahr. An dieser Stelle bedanken wir uns ganz recht herzlich bei all unseren Helfern, die uns bei der Herstellung unseres Häs behilflich waren und die damit verbundenen feucht-fröhlichen Abenden.

So wurden wir dann sozusagen auf Spitz und Knopf zum 1. Rätsche-Bube-Brauchtumsabend in der Merkurhalle mit unserem Häs fertig und konnten dieses dort erstmals präsentieren.

An dieser Stelle sei nun erwähnt, dass eines unserer Markenzeichen der von Hand restaurierte Ochsenkarren ist, welchen wir am Rosenmontag und am Ottenauer Umzug mit Stroh beladen und damit die Straßen im wahrsten Sinne des Wortes pflastern.

Der Haupttag ist in Ottenau der Rosenmontag, welchen wir schon früh morgens um 6 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück - oder sagen wir besser Frühschoppen bei der Silvia beginnen, um dann frisch gestärkt die Ottenauer Straßen unsicher zu machen. Zu den Stationen gehören unter anderem der Kamm Ernst, die Hedi im Gefakomarkt, der Friedrich in der Merkurhalle und diverse Ottenauer Beize. Zum Mittagessen laufen wir dann von Jahr zu Jahr bei der Iris ein, wo dann die ersten Biere wieder aufgesaugt werden. Bevor wir uns dann zum Rosenmontagsabschluss in die Linde verziehen, werden wir von unserem Turnmitglied Werner und seiner Hedi verköstigt, damit es in der folgenden Nacht nicht zu fatalen Abstürzen kommt.

2012 - Ottenauer Dreschflegl